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Jemanden zum Reden

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Hallo,
Ich weiß gar nicht so Recht wie ich anfangen soll…
Ich bin eine Mama von zwei Kindern,Emma und Florian.
Am 26.2 ist Florian nicht mehr auf­ge­wacht, und es zer­reißt mir das Herz.
Ich habe mir bis zu dem Zeit­punkt nien­ernsthaft Gedanken darüber gemacht, ich habe immer auf mein Bauch­gefühl gehört und mein best­mög­lichstes getan meinen Kindern das zu geben, was sie brauchen.
Jetzt habe ich unzählige Artikel und Gespräche zu diesem Thema gelesen und fühle mich, als hätte ich alles falsch gemacht und als Mama versagt.

Ich kann nicht wirklich mit jemanden reden, wie ich Florian gefunden habe.
Mein Mann würde sich das nie ver­zeihen…
Meine Mama ist die einzige der ich es erzählt habe, aber sie ist meine Mama( wenn ihr wisst was ich meine)
Momentan nimmt es mir die Luft zum Atmen…

Ich weiß mir einfach nicht mehr zu helfen.…
Ich hätte es ver­hindern können, er fehlt so schmerzlich…

Hallo,
es tut mir sehr, sehr leid, dass euer Florian gestorben ist und du dir auch noch so große Vor­würfe machst, als wäre der Verlust nicht schon Belastung genug, kommt das noch dazu.
Sicherlich brauchst du jemanden zum Reden, der nicht Betroffen ist.
In einigen älteren Posts findet man Hil­degard Jorchs Kon­takt­daten, sie wird dir sicherlich mit einem Gespräch helfen können.

Auch hier wird dir sicherlich noch eine betroffene Mutter ant­worten, es dauert nur manchmal etwas länger.

Wie alt war denn dein Sohn?
Viel­leicht kann dir deine Hebamme eine Gesprächs­part­nerin sein oder es gibt eine Gruppe für Ver­waiste Eltern? Oder die Kin­der­klinik hat Kontakt zu einem Psy­cho­logen? Oder ein Pastor? Dann kannst du alles, was dich belastet erzählen.

Das klingt alles so schlimm, aber das kann ein Weg sein, wenn man merkt, dass man nicht allein ist.
Es gibt auch Gruppen für Kinder, falls deine Tochter jemanden braucht zum Reden. Man muss nicht alles alleine schaffen.

Ganz viel Kraft wünsche ich euch als Familie!

Noch ein Nachtrag.
ich denke, du hast in gutem Gewissen alles so gemacht, wie du es für richtig hältst, manchmal erweist sich hin­terher, das es doch falsch war.
Aber das kann man nicht in jeder Situation wissen und bedenken.
Sicherlich hast du nichts absichtlich falsch gemacht.

Hallo,
Vielen Dank, für die lieben Worte. Frau Jorch hat sich bei mir gemeldet, und sich Zeit zum Reden für mich genommen. Danke!!!

Florian war 10 Monate und 1 Woche alt.… Gestern war sein 1. Geburtstag…

Ich hätte direkt nach der Beer­digung mit einer Kin­der­psy­cho­login tele­fo­niert, bis jetzt verhält sich die kleine Maus ganz normal ( vor­pu­bertäre Allüren…).
In Linz gibt es Trau­ercafé nur für Kinder, ich denke, dass das gut wäre.

Die ständige Frage, was wäre wenn.….

Würdet ihr als Mütter euch nach den Bedürf­nissen eurer Kinder richten, oder nach dem, was Studien befür­worten?
Ich hab so viel gelesen, was man alles beachten sollte und was man unter­lassen sollte, dann hätten beide Kinder ein grau­en­volles 1. Jahr gehabt…
Sollte man seine Kinder zu etwas zwingen?
Mir waren glück­liche und zufriedene Zwerge immer wichtig, die von ihrem Mama mit viel Liebe beim groß­werden begleitet werden…

Jetzt Stelle ich alles in Frage.…

Liebe Dani,
wenn man im Internet recher­chiert, Fach­zeit­schriften liest, sich mit Ärzten unterhält und mit Heb­ammen, so könnte man meinen, der plötz­liche Kindstod ließe sich mit aller Sicherheit ver­hindern. So ist es jedoch nicht ganz. Fakt ist, dass die Ster­berate seit den 90iger Jahren stark gesunken ist und die Auf­klärung zur Prä­vention ganz sicher ihren großen Anteil daran hat. Dennoch gibt es immer wieder Kinder, die trotz ALLER Vor­sichts­maß­nahmen sterben, so ist es auch mir pas­siert, mit meiner Tochter in einem ähn­lichen Alter wie Dein Sohn.
Ich schreibe dies, weil ich Dir und Deinem Mann wünsche, dass Euch die Vor­würfe nicht das Leben, dass ihr habt kaputt machen. Der plötz­liche Kindstod ist noch immer nicht erklärt, auch wenn es viele Theorien gibt. Du kannst Dir also nicht sicher sein, dass Du es hättest ver­hindern können. Eins dürfen wir nie ver­gessen: wir sind nicht Herr über Tod und Leben, wir können nur so gut es geht leben und unsere Kinder mit Liebe und nach bestem Wissen behandeln. Mir scheint, das hast Du getan.
Die Frage nach dem „warum” führt in vielen Fällen ins Leere glaube ich. Selbst wenn wir einen medi­zi­ni­schen Grund erfahren würden, würden wir wahr­scheinlich weiter fragen, warum dies pas­sieren musste u.s.w.. Wir können nur den Tod als einen Teil des Lebens ver­suchen zu akzep­tieren und damit leben zu lernen. Ich kann Dir sagen, dass der Versuch möglich ist – auch wenn es immer schwer bleiben wird, sein Kind „los­lassen” zu müssen und ich noch fern von einer einst gelebten Leich­tigkeit bin.
Ich hoffe, dass Dir meine Gedanken ein ganz klein wenig helfen können, Mut zu fassen.

Natürlich kann man ein Kind nicht lieb­haben und erziehen, in dem man alle Rat­geber dazu liest und befolgt.
Es braucht eine ganze Menge Bauch­gefühl und Ein­schätzen der Situation, um ange­messen handeln zu können.
Meine Kinder haben selten auf dem Rücken geschlafen, sondern auf der Seite, weil es bei unserem ältesten noch so üblich war und es für die Babys irgendwie kusche­liger war.
Decken hatten wir erst spät, Kuschel­tiere im Bett kaum.
Man tut was man kann und was zu den Kindern passt.

Ich weiß nicht, was bei euch pas­siert ist, aber du brauchst bestimmt jemanden zum Auf­ar­beiten.
Ich wünsche dir alles Liebe!

Hallo Dani, ich bin eine Mama von 3 Kindern. Eins lebt nicht mehr bei mir, nur noch in meinem Herzen. Ich habe meinen kleinen Marvin vor 24 Jahren am Hei­ligen Abend tot in seinem Bettchen neben seinen Zwil­lings­bruder gefunden. Ich weiß also was du durch­machst. Niemand kann das fühlen, niemand kann den Schmerz nach­fühlen, der das gleiche nicht erlebt hat.Für mich war es ein Trauma, das absolut Schlimmste, was ich erlebt habe. Ich habe mich zer­fressen voller Selbst­vor­wütfe, voller Schuld, voller Schmerz. Ich musste durch ganz tiefe dunkle Täler gehen. Ich wollte für meine lebenden Kinder, für meine Familie und nicht zuletzt für mich, lernen damit zu leben. Ich habe es geschafft„ich bin wieder glücklich geworden„ich kann an meinen kleinen Sohn denken, ihn im Herzen behalten und ihn los­lassen. Ich weiß nicht, warum mein Kind sterben musste, ich weiß nur, dass das warum auch völlig egal ist. Denn es gibt keine Antwort darauf. Du bist nicht schuld. Du trägst keine Ver­ant­wortung. Du kannst aber die Ver­ant­wortung über­nehmen, wie du weiter lebst. Du darfst traurig sein und Schmerz emp­finden. So lange du es eben bist. Ich kann dir nur raten, die Hilfe zu suchen. Mir hat es geholfen in eine Selbst­hil­fe­gruppe zu gehen. Mit Eltern zu sprechen, denen das Gleiche pas­siert ist. Ich wünsche dir ganz viel Kraft , ich wünsche dir viele Men­schen, die dich begleiten und unter­stützen. Du wirst es schaffen, wenn du es willst. Dein Sohn wird immer bei dir sein. Alles Liebe von Herzen P.

Liebe Cas­pasmama, liebe Katharina und auch liebe Pat­ty­stone!
Danke für eure lieben und berüh­renden Worte.
Ich fühle auch mit euch!😢

Nachdem wir Flo nach achtzehn Tagen Kran­kenhaus endlich mit nach Hause nehmen dürften, war alles wun­derbar. Als er 5,5 Monate war wollte er Nacht nichts mehr trinken( sonst wollte er einmal gestillt werden), als er ungefähr 7 Monate war ging er an im Bettchen zu wandern, ab da an hat er auch einen Schlafsack akzep­tiert. Mit neun Monaten wollte er nicht mehr bei uns im Schlaf­zimmer schlafen( im eigenen Bett) sonder in seinem Zimmer.
Als er so 9,5 Monate war, wollte er noch nicht Mal mehr stillen( er hätte es wahr­scheinlich schon früher gelassen, wenn ich ihn nicht dazu über­redet hätte).
Ich ging bisschen Kellnern nachts( so mussten meine Kinder nicht auf mich ver­zichten) wie auch an dem WE… Ich bin sonntags morgens um 4:15 heim gekommen, da war Florian im Begriff wach zu werden, halb fünf/ fünf stehen meine in der Regel auf( gehen aber auch früh schlafen), ich bin runter, wie jeden Morgen und hab ihn geküsst und gedrückt und ihn mit nach oben genommen um Früh­stück zu machen.
Er war etwas unleidlich den morgen, Zähne.… Am Sonntag musste ich aber um 9 Uhr wieder weg, ich hab auf einem Geburtstag aus­ge­holfen.…
Mein Mann war da, und er kümmert sich rührend gut um unsere Kinder!
Als ich nach Hause gekommen bin, waren beide schon im Bett… Ich war auch müde und erkältet.… Um 21:00 ist Flo wach geworden, was eigentlich nicht der Fall ist, aber du hab mich gefreut, hab ihn ja fast den ganzen Tag nicht gesehen… Hab ihn noch mit ins Bad genommen, hab mich geduscht und ihm nochmal Tem­pe­ratur gemessen. Da er schon was bekommen hatte, wollte ich auf Nummer sicher gehen und hab lieber nichts gegeben. Hab ihm nur den Schlafsack aus­ge­zogen, damit er nicht zu warm ist.
Mein Mann war so lieb und sagte, Leg dich hin, ich kuschel mit hm noch und warte bis er schläft.
Er hat es gut gemeint und ihn mit der Fleece Decke zuge­deckt.… In der Nacht hat er sich gedreht, lag mit den Füßen am Kopfende und hat sich die Decke über­ge­zogen.…
Ich wollte ihn morgens aus seinem Bettchen holen…
Ich hätte es meinem Mann nochmal sagen müssen, oder ich hätte ihn selber ins Bett bringen müssen…
Dann kam schon der Notarzt, die polizei und die Kripo.…Florian ist obdu­ziert worden, und zwei Tage später kam die Kripo und hat uns gesagt das er am plötz­lichen kindstod ver­storben sei.…
Ich weiß oft nicht wohin mit mir selber, nachts hab ich immer sein Bild vor Augen, Flo sah aus als ob er schlafen würde, aber er hat nicht mehr seine Augen geöffnet.…

Wir lieben und ver­missen dich sehr.…

Ent­schuldigt, ich hab erst zu spät gesehen, was die Auto­kor­rektur gemacht hat.…
Es sollte Cas­parsmami und Kat heißen…

Liebe Dani,
ich glaube nicht, dass man hier von Schuld sprechen kann oder dass das Gefühl, dass du es hättest ver­hindern können ange­bracht ist. Hättest du ihn viel­leicht auch zuge­deckt oder den Schlafsack wieder ange­zogen? Ich per­sönlich finde Fleece­decken zwar wärmend, aber nicht zu stark, da doch auch Luft durch geht.
Man weiß es nicht und wie Pat­ty­stone schreibt, ist es im Grunde (leider) egal, denn man kann es nicht zurück­drehen, so schmerzhaft es auch ist.
Viel­leicht waren doch nicht die Zähne Schuld an seinem Unwohlsein, sondern ein auf­kom­mender Infekt?
Ich habe vor kurzem auch gelesen, ich weiß leider nicht mehr wo, dass es sein kann, dass bei einigen Babys beim zur Seite drehen des Kopfes beim Liegen die Blut­zufuhr zum Gehirn ver­mindert ist und dadurch ein Sauer­stoff­mangel und ein SID begünstigt wird.
Ich weiß aber nicht, wie weit da die For­schung ist.
Es gibt so viele Gründe und Mög­lich­keiten…
Sicherlich war ihm schon mal in den 10 Monaten zu warm, ohne dass etwas pas­siert ist, warum also dieses Mal?
Man weiß es nicht.
Aber sicherlich hilft Pat­ty­stones Tipp, erstens dir wei­terhin Hilfe zu holen, Gespräche zu suchen und zweitens nach vorne zu Blicken und die Ver­ant­wortung für die Zukunft zu über­nehmen. Auch wenn das jetzt in der akuten Phase noch zu früh ist.

Es gibt so viele Momente im Leben, in denen eine Sekunde, eine schnelle Ent­scheidung das Leben dra­ma­tisch ändern können und immer drängt sich auf, zu denken, hätte ich doch…

Warum war Florian denn bis 18 Tage nach der Geburt im KH? War er ein Frühchen oder hatte er Anpas­sungs­pro­bleme?

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich denke ganz oft, was alles den Kindern oder uns Eltern pas­sieren kann, dass das Leben innerhalb von Minuten auf den Kopf stellt.
Meinem ältesten Sohn ist ein Auto­fahrer mit 150 km/h hinten auf der Autobahn aufs Auto auf­ge­fahren. Wie durch ein Wunder ist trotz Über­schlag nie­mandem etwas pas­siert, aber sie hätten auch alle drei tot sein können. Man denkt, so etwas pas­siert doch nicht.
Wieso war er genau in dem Moment dort an der Stelle, hätte er die Pause kurz vorher doch 5min länger gemacht, wäre wohl nichts pas­siert…
Hätte, könnte, wenn, …
LEIDER hilft das alles nichts.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und in der Trauer ein bisschen Freude mit deiner Tochter.

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