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Nach ALTE – Wie mit der Angst umgehen?

Hallo,

meine Sohn (2. Kind) hatte ein ALTE, als er gerade 14 Tage alt war. Ich hatte ihn im Fami­li­enbett zum Schlafen gelegt, bin dann aber noch neben ihm liegen geblieben und habe ein bisschen am Handy gesurft, ich wollte einfach irgendwie lieber bei ihm sein als im Wohn­zimmer. Ab und an habe ich rüber­ge­griffen, ihn ein bisschen am Kopf gestrei­chelt usw. Dabei habe ich dann bemerkt, dass er sich irgendwie komisch ange­fühlt hat, darauf hin habe ich bemerkt, dass er nicht mehr atmet. Ich habe ihn hoch­ge­nommen, er war wie aus Wachs, leblos und hing schlaff in meinen Armen. Irgendwann (mir kam es vor wie eine Ewigkeit) hat er dann selbst wieder flach ange­fangen zu atmen, als der Ret­tungs­wagen kam, war alles, als wäre nie etwas gewesen. Darauf folgte ein Kran­ken­haus­auf­enthalt von einer Woche, alle Unter­su­chungen ohne Befund, Dia­gnose ALTE, Ent­lassung mit Heim­mo­nitor, den wir laut Kran­kenhaus 3 Monate benutzen sollten, unser Kin­derarzt empfahl uns, ihn bis zum ersten Geburtstag zu benutzen (bewilligt von der Kran­ken­kasse für 15 Monate). Das ganze ist nun 6 Monate her, wir nutzen den Monitor nur noch nachts, es gab keine wei­teren „ernsten Situa­tionen“. Mich macht das Ganze aber total fertig! Ich habe einfach so unend­liche Angst um mein Kind! Ich bekomme diese Bilder, dieses Gefühl, als sein leb­loser kleiner Körper in meinen Armen lag, einfach nicht mehr aus dem Kopf! Vor jedem Ein­schlafen wünsche ich ihm, dass er gut schläft und sage ihm, dass er uns nicht ver­lassen darf! Und der Monitor erinnert mich jeden Tag aufs Neue an das, was da geschehen ist. Ich traue mich trotz Monitor an manchen Tagen nicht, abends das Schlaf­zimmer zu ver­lassen, aus Angst, nicht bei ihm sein zu können, wenn etwas pas­siert. Das macht mich so fertig, ich hasse diese Angst, kann sie aber auch nicht „abschalten“. Vor diesem Vorfall und auch bei der großen Schwester war ich wirklich sehr ent­spannt, hatte einfach Ver­trauen in das Leben. Dieses Ver­trauen habe ich völlig ver­loren. Ich habe jetzt schon Angst vor denn Tag, an dem wir den Monitor abgeben müssen. Hört diese Angst irgendwann wieder auf? Wird das wieder besser? Pha­sen­weise dachte ich wirklich, ich käme ganz gut damit zurecht, aber dann bricht es doch wieder alles aus mir raus und ich merke, dass ich das alles nur irgendwie zu unter­drücken ver­suche. Ich habe auch nie­manden, mit dem ich darüber reden kann, mein Mann sieht das alles viel ent­spannter und würde den Monitor am liebsten sofort aus­schalten und abgeben und mit meiner Mutter oder anderen Ange­hö­rigen oder Freunden möchte ich nicht so intensiv darüber reden, damit sie sich nicht noch mehr Sorgen machen (auch, weil sie größ­ten­teils selbst noch Kinder unter einem Jahr haben). Wie haben andere Betroffene es geschafft, aus dieser Angst wieder heraus zu kommen? Ich möchte doch nur die Zeit mit meinem Kind genießen können und nicht bei jedem Schla­fen­legen denken müssen, dass dies nun ein Abschied für immer ist…

Liebe Cara,
ich hatte kein Alte, aber ein Frühchen mit stän­digen Alarmen noch im Kran­kenhaus und dann Ent­lassung mit Monitor, der uns sogar für 2 Jahre bewilligt wurde.
Die Angst war nicht so groß, da ich nie wirklich ein schlimmes Erlebnis zu Hause hatte und die im Kran­kenhaus habe ich einfach nicht so ernst genommen, weil alle Frühchen diese Abfälle hatten und der Monitor ja gewarnt hat.
Aber die Angst war irgendwie immer dabei, auch z. B. beim Mit­tags­schlaf oder wenn er mal tagsüber bei der Oma war. Wir haben den Monitor pha­sen­weise auch nur nachts benutzt, dann aber auch immer mal wieder mittags, einfach weil es doch sicherer ist.
Mit 1,5 Jahren nach Ent­lassung aus dem Kran­kenhaus, er war da ca. 1,75 Jahre, haben wir dann auf­gehört, weil es ständige Fehl­alrme gab. Anschließend im Winter haben wir ihn bei einem Infekt noch mal 3 Tage benutzt.

Du merkst, das Thema lässt einen nicht los.

Ver­suche, dem Monitor zu ver­trauen, dafür hast du ihn ja. Und benutze ihn so regel­mäßig wie möglich und so lange wie möglich, einfach wie eine Ver­si­cherung, die hat man auch nicht, weil man davon ausgeht, dass der Scha­denfall ein­tritt, sondern für den uner­war­teten Notfall.
Du hast das Glück, einen Monitor nutzen zu dürfen und die Angst an ihn abzu­geben, sieh es mal so.
Unser wurde nie aus­ge­lesen, was eigentlich falsch ist, es hat aber nie­manden inter­es­siert.
Lass ihn aus­lesen oder /und geh mal für zwei Nächte ins Schlaf­labor, die können gut sehen, ob es irgend­welche Unre­gel­mä­ßig­keiten gibt.
Und dann denk dran, dass das Risiko mit einem Jahr sehr deutlich sinkt und im Sommer sowieso nied­riger ist. Zieh ihn nicht zu warm an. ich habe oft den Reiß­ver­schluss des Schlaf­sackes an den Füßen oder am Bauch etwas geöffnet, damit kein Hitzstau ent­steht.

Du kannst auch Kontakt auf­nehmen zu einer Psy­cho­login. Unsere Früh­chen­station hat mit einer zusam­men­ge­ar­beitet, die ist genau für solche Sorgen da. Ganz unver­bindlich. Du brauchst ja keine The­rapie, sondern nur ein paar Gespräche.
Die Grund­angst ist auch nach Abgabe des Mopnitors geblieben, aber wenig und wurde immer besser.
Jetzt ist er 4,5 Jahre alt.
Ich bin nicht grund­sätzlich ein ängst­licher Mensch, merke aber, dass ich ver­meidbare Risiken doch auch gerne ver­meide.

Ich wünsche euch alles Gute.

 

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