Der Plötzliche Säuglingstod

Was ist der Plötzliche Säuglingstod?

Der Plötzliche Säuglingstod (Sudden Infant Death, SID) ist der plötzliche und unerwartete Tod eines zuvor normal und gesund erscheinenden Säuglings. Die Diagnose SID ist nur durch eine Obduktion möglich.

Basisinformationen

  • Todeseintritt im Schlaf, oft begleitet von banalen Atemwegsinfekten.
  • Häufigkeit (Inzidenz): 1/1000 Lebendgeborene, damit bedeutendster Anteil der postneonatalen Säuglingssterblichkeit (8. Lebenstag bis Ende 1. Lebensjahr).
  • Häufigkeitsmaximum: 2. – 4. Lebensmonat, vor allem in den Wintermonaten.
  • Der Plötzliche Säuglingstod tritt weltweit auf und kommt in allen sozialen Schichten vor.

 

Ursachen

  • Noch nicht geklärt.
  • Bisher sind lediglich einige Risikofaktoren bekannt. Deshalb ist der SID für das einzelne Kind nicht vorhersagbar.

 

Risikofaktoren

    • Hochrisikogruppe: (max. 20% aller SID-Fälle)
      • Frühgeborene (vor der 33. Schwangerschaftswoche)
      • Kinder mit Geburtsgewicht unter 2000 g
      • Kinder drogenabhänginger Mütter
      • Nachfolgende Geschwister
      • Zustand nach ALTE (siehe „Differentialdiagnose ALTE“)

 

  • Weitere Risiken:
    • Schlafen in Bauchlage (vor allem auf zu weicher Unterlage; kein erhöhtes Aspirationsrisiko in Rücken- oder Seitenlage!)
    • Rauchen (der Mutter während der Schwangerschaft und/oder in der Umgebung des Kindes)
    • Nichtstillen oder sehr frühes Abstillen
    • Überwärmung des Kindes (Kleidung, Raumtemperatur)

 

Differentialdiagnose ALTE

  • ALTE = Apparently Life-Threatening Event, früher auch Near-SIDS
  • Plötzliches und gleichzeitiges Auftreten von:
    • Atemstillstand
    • schlaffer Muskulatur
    • Blaufärbung und/oder Blässe der Haut
    • verlangsamter Herzschlag
  • Gezieltes Eingreifen (Rettungsdienstliche Basismaßnahmen) kann den Zustand beseitigen.
  • Nach ALTE ist das SID-Risiko deutlich erhöht.

 

SID-Symptomatik

  • Zeichen von ALTE und
  • Herz-Kreislauf-Stillstand.

 

Wie Sie das Risiko für den Plötzlichen Säuglingstod verringern können, erfahren Sie unter „Das Risiko senken“.

 

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