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Plötz­licher Kindstod meines ein­zigen Kindes mit 2,5 Monaten

Ich habe mich nun ent­schlossen einen Beitrag über unser Schicksal zu ver­fassen und hoffe hier jemanden mit einem ähn­lichen Schicksal zu finden und nicht ver­ur­teilt zu werden.

Kurz zu mir, ich habe mir mit meinem Mann schon lange ein Kind gewünscht nach ca. neun Monaten hatte es dann geklappt und seit dem Moment als ich wusste das es diesen kleinen Men­schen in mir gibt war ich einfach nur überglücklich.

Leider musste ich in meinem Leben schon viele schwere und schlimme Sachen erleben.

Meine Schwan­ger­schaft war wei­test­gehend unkom­pli­ziert, ich hatte nur mal einen Infekt und mal ein pflanz­liches Medi­kament für die Nieren bekommen und später wurde dann ein Schwan­ger­schafts­dia­betes fest­ge­stellt, welchen ich jedoch durch die Ernährung etc. ohne Insulin bekommen zu müssen gut in den Griff bekommen habe. Ich hatte vor dem Geburts­termin dann noch einmal einen Kon­troll­termin bei meiner Frau­en­ärztin, hier war außer meines Blut­druckes alles, wie immer in Ordnung, ich wurde dann jedoch noch ans Kran­kenhaus ver­wiesen, dort stellte sich jedoch heraus, dass der Blut­druck unauf­fällig sei. Am nächsten Morgen, dem Geburtstag unseres kleinen Schatzes, merkte ich das ich Wehen habe. Die Geburt verlief kom­pli­ka­ti­onslos, unser Sohn war somit fast ter­min­ge­recht (Geburts­termin war ein Tag später) geboren, hatte ein Geburts­ge­wicht von fast vier Kilo­gramm, das Stillen klappte sofort und ich und mein Mann waren einfach nur über­glücklich. Alle Unter­su­chungen im Kran­kenhaus waren in Ordnung, unser Kleiner war bei allem sehr tapfer. Wir durften nach­hause und alles war einfach nur wun­derbar und perfekt. Wir fanden uns in die neue Situation ein, die Hebamme war in den fol­genden Wochen und Monaten bei jedem Besuch stets zufrieden und unser Kleiner ent­wi­ckelte sich sehr gut und war schon richtig kräftig und stets kern­gesund. Ich war der glück­lichste Mensch der Welt und dachte mir einfach immer, dass mir alles andere egal ist, Haupt­sache er ist da…

Dann kam der schlimmste Tag unseres Leben, er hatte an dem Tag etwas wenig geschlafen, sonst war alles wie immer, er war sehr fröhlich und zufrieden, war nicht krank, alles war unauf­fällig. Wir gingen, wie so oft mit der Trage spa­zieren. Nach einer Drei­vier­tel­stunde, unser Schatz schlief, brachte ich meinem Mann nach­hause und lief mit unserem Sohn noch ca. eine Stunde herum. Als ich dann zuhause ankam und ihn aus der Trage nahm war er blass und sah aus wie tot, mein Mann begann sofort mit der Reani­mation und ich wählte den Notruf…leider konnten wir und die Ärzte und alle Helfer ihn nicht retten. Ich mache mir noch immer Vor­würfe, was ich nur falsch oder anders gemacht habe, als andere, da es auch keine klare Todes­ur­sache gibt. Wir haben stets alle Risi­ko­fak­toren zum plötz­lichen Kindstod beachtet, unsere Hebamme auch spe­ziell zur Nutzung der Trage etc. mehrmals befragt.

Ich ver­misse ihn so sehr, jeden Tag, jede Sekunde, sehe Bilder mit ihm und mir und wie glücklich ich einfach war und kann nicht ver­stehen was da pas­siert ist. Wie soll ich etwas ver­stehen, was nicht mal die Medizin beant­worten kann. Ich fühle mich oft, als wäre es eine Strafe, wie als solle es einfach nicht sein das ich Mutter bin, als wäre ich ver­flucht, dürfte nie glücklich sein, als wäre alles zu perfekt gewesen.

Direkt unter uns wohnt eine Familie, welche zwei Tage später auch einen Sohn bekommen hat und es gibt noch viele weitere Babys in unserer direkten Nähe und in meinem Bekannten- und Freun­des­kreis und ich sehe diese Mütter mit ihren Babys und ver­stehe nicht warum mein Baby nicht mehr hier bei mir ist. Manchmal kommt es mir so vor, als hätte ich die Schwan­ger­schaft etc. geträumt. Alle Bekannten und Freunde haben Kinder bekommen und diese durften einfach groß werden und meines nicht? Warum? Mein lang­ersehntes und größtes Glück wurde mir genommen und ich kann mir nicht vor­stellen wie ich jemals wieder so glücklich sein kann. Wenn ich Babys in seinem Alter sehe oder Babys die getragen werden bekomme ich teil­weise richtige Panik­at­tacken. Wenn so etwas pas­siert ist hin­ter­fragt man einfach alles was man je getan oder gemacht hat, viele wissen gar nicht was für ein Glück sie haben. Ich sehe dann Familien mit meh­reren Kindern und denke was für ein Glück die haben, das diese Kinder leben dürfen…

 

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